
Den Bandnamen workingmansdead, nachempfunden einem Albumtitel der Grateful Dead („Workingman's Dead“, 1970), könnte man übersetzen mit „Arbeiter, die tot sind“ oder „Auch Werktätige haben Leichen im Keller“, vielleicht auch „Der Arbeiter ist tot (lang lebe der Arbeiter)!“ Bedarf es einer Erklärung, „Hippielieder auf deutsch“ unter einem englischen Namen zu führen?
Seit Jahrtausenden verharren wir in babylonischer Sprachverwirrung, aber das Problem sind nicht die Zungen, es sind die Köpfe. Vielleicht war man vor vierzig Jahren einen Moment lang der Meinung, Verständigung würde bald zu erreichen sein. Vielleicht muss auch jede Generation für sich die Erfahrung machen, dass Kommunikation schwierig ist.
Auf gar keinen Fall soll der Eindruck entstehen, „Hippielieder auf deutsch“ sollen Vielfalt durch die Käseglocke einer gemeinsamen Sprache einengen. Nicht Eingemeindung soll erreicht werden, sondern Öffnung. Wir sollten den Globus nicht erobern wollen, wir sollten ihn entdecken können.
Unterm Strich bleibt unsicher, ob es wirklich zu erreichen ist, dass sich alle Menschen verstehen. Ohnehin ist fraglich, ob und von wem solch eine allgemeine Vernetzung gewünscht wird. Und so lange ist und bleibt zweifelhaft, ob Hippiemusik auf deutsch eher Räume öffnet oder Sichten verengt.
Sicher ist allerdings: workingmansdead werden weiterhin Tatsachen schaffen!
2009-06-13